Dies und Das

Über Sammakko

Was ich immer wieder höre (spätestens, nachdem ich meine Email-Adresse diktiert habe), was eigentlich Sammakko bedeuten soll. Darauf ist die Antwort recht einfach und kurz: Sammakko ist finnisch und bedeutet Frosch. Warum Frosch? Eine berechtigte Frage, denn eine Affinität für Frösche ist jetzt nicht ganz so gewöhnlich, wie zum Beispiel Kätzchen oder süße Hoppelhasen. Aber in diesem Fall hat es mit sowas aber eigentlich gar nichts zu tun. Zuerst kam das Wort, dann eine gewisse Liebe für diese lustigen Viecher.

Im Winter 2005 waren einige Freunde und ich in Hannover auf dem finnischen Weihnachtsmarkt (sehr zu empfehlen, übrigens!). Weil es dann doch ein wenig kalt war, wollten sich einige ein alkoholisches Heißgetränk holen und versuchten sich daran, dies auf Finnisch zu tun. Und wie es halt gerne mal mit (sehr seltsamen) fremden Sprachen so ist: man sagt etwas und meint etwas anderes. In diesem Fall guckte der Verkäufer komisch, weil ein Frosch bestellt wurde, anstelle eines Salmiakki. Nun ja, Sammakko oder Salmiakki... kann man schon mal verwechseln. Schmeckt nur anders.

Kurz darauf hatten wir eine Domain, die dann zu einem Online-Musikmagazin werden sollte, weil mehrere von uns zu der Zeit schon in dem Bereich unterwegs waren und es der natürliche Lauf der Dinge ist, dass man dann auch ein eigenes Musikmagazin haben will. Das ist wie mit regelmässigen Kneipengängern, die auf jeden Fall irgendwann mal eine Bar eröffnen wollen. Lange überlebte dieses Magazin jedoch nicht. Aus einer kleinen Promoagentur wurde auch nichts und am Ende lag die Domain brach. War aber zu cool, als dass man ( = ich) sie einstampfen mochte. Also wurde daraus meine eigene Webseite.

Das, was man hier jetzt sehen kann, ist jedoch auch schon die gefühlt hundertste Version. Am Anfang war Wordpress, dann was einfaches Selbstgeschriebes (XHTML/CSS), dann doch wieder Wordpress und nun wieder was Selbstgeschriebenes (HTML5/CSS3 in Form von Bootstrap, sowie PHP). Und ich vermute mal, dabei wird es auf Dauer nicht bleiben ;) Wäre ja auch langweilig.

Trivia

grips

Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich einfallsreich bin. Wenn sich mir ein Problem präsentiert (hier in Form einer Walnuss ohne Nussknacker *g*), dann gebe ich mein Bestes, eine Lösung dafür zu finden.

koffein

Show me your trash and I’ll tell you who you are. Koffein ist für mich beim Arbeiten lebenswichtig. Egal in welcher Form.

koffein
tshirt

Wenn legere Kleidung erlaubt ist, dann trage ich am Liebsten Tshirts bei der Arbeit. Meistens mit einem Druck, der mehr oder weniger meine Interessen in Sachen Popkultur (TV, Kino, Bücher) wiederspiegelt. Und ich habe…

tshirt
grips

Ich habe derzeit 2 Tattoos, wovon nur eines sichtbar ist und zudem leicht abdeckbar, falls gewünscht. Außerdem kann ich mich vor Hobbies und Interessen (Eishockey, Serien, Bücher, Tiere, Stricken uvm.) kaum retten.

hockey
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Was ist Introversion?

Zuallererst das Wichtigste:
wenn jemand introvertiert ist, dann heißt das nicht zwangsläufig, dass derjenige auch schüchtern ist!

Es wurde mir schon häufig in meinem Leben unterstellt, ich wäre schüchtern, aber das bin ich wirklich nicht. Wer mich näher kennt, der wird das bestätigen können. Deshalb erst einmal eine schnelle Erklärung, was Schüchternheit eigentlich wirklich ist und dann die etwas genauere Erklärung, warum Introversion anders ist. Wer es noch genauer wissen will: Wikipedia hilft. Außerdem kann ich die Bücher Quiet: The Power of Introverts in a World That Can‘t Stop Talking von Susain Cain und The Introvert Advantage: Making the Most of Your Inner Strengths von Marti Olsen Laney sehr empfehlen.

Schüchternheit

Etwas grob ausgedrückt, ist Schüchternheit eine soziale Angst, die sich in manchen Fällen auch zu einer Phobie entwickeln kann. Wie ausgeprägt diese Angst (oder zumindest Ängstlichkeit) ist, das ist von Fall zu Fall verschieden. Manche Leute trauen sich einfach nur nicht, den ersten Schritt (bei was auch immer) zu tun, tauen aber schnell auf, wenn es wer anderes getan hat. Bei anderen geht es soweit, dass sie soziale Kontakte aus Angst meiden und vereinsamen. Unter Schüchternheit kann man also tatsächlich leiden!

Das Verhalten eines schüchternen Menschen kann man auf den ersten Blick zwar mit dem eines introvertierten verwechseln und tatsächlich gibt es angeblich unter Introvertierten mehr schüchterne Menschen, als unter Extravertierten, aber die Gefühle sind dabei ganz andere. Ein introvertierter Mensch meidet (u.U.) andere Menschen oder bestimmte Situationen, weil es ihm so besser geht und er sich etwas Gutes tut. Ein schüchterner Mensch tut dies aus Angst und es geht ihm dabei nicht besser - nur anders schlecht.

Ein schüchterner Introvertierter kann mit seiner Schüchternheit deshalb meistens noch verhältnismäßig gut umgehen, weil es sich mit seiner Disposition überschneidet. Ein schüchterner Extravertierter leidet hingegen, weil er sich entgegen seiner Disposition verhalten muss. Er braucht soziale Kontakte, hat aber Angst vor ihnen.

Introversion

Introversion ist genetisch!

Introversion ist keine soziale Angst, die man u.U. überwinden kann, sondern eine angeborene Charakter-Disposition, die sich schon im frühen Kleinkindalter manifestiert. "Ausgelöst" wird es dadurch, dass bei der Gehirnentwicklung die Nervenbahnen für die Verarbeitung u.A. von Dopamin und Adrenalin schlichtweg anders verlaufen. Introvertierte nehmen diese Reize schneller wahr und reagieren empfindlicher darauf. Unter Introversion direkt leidet niemand, nur indirekt, wenn die Gesellschaft diese Disposition nicht akzeptiert und versucht sie zu unterdrücken, oder derjenige sich (häufig aus Unwissenheit) krampfhaft versucht der extravertierten Welt anzupassen und reizüberflutet wird.

Energie

Introvertierte Menschen beziehen ihre Energie aus anderen Quellen, als es extravertierte ("normale") Menschen tun. Wenn diese sich entspannen und Energie tanken wollen, dann gehen sie feiern, treffen sich mit Freunden, machen (Mannschafts-)Sport und hauen kurz gesagt auf die Kacke. Sowas macht Spaß und es ist ja sowieso am Besten immer von anderen Menschen umgeben zu sein, nicht wahr? Nun ja, für einen Introvertierten ist das ein Paradebeispiel für ein Horrorszenario. Für sie ist sowas nicht entspannend, sondern in hohem Grade anstrengend, weil zu viele Reize auf sie einprasseln. Introvertierte brauchen Zeit für sich und Ruhe, wie andere die Luft zum Atmen. Wenn sie zu lange mit (zu vielen) Menschen zusammen sind, geht es an die Substanz. Sie fühlen sich z.B. ausgelaugt, gereizt, deprimiert und entwickeln eine Abneigung gegen Menschen im Allgemeinen. Ich kenne viele Leute, die immer von sich behaupteten, dass sie Menschen nicht leiden könnten, aber im Endeffekt waren sie einfach nur introvertiert und wussten es nicht. Mich eingeschlossen.

Arbeiten als Introvertierter

Großraumbüro? Ist meistens kein Problem, wenn man wenigstens die Mittagspause alleine verbringen darf (leider nicht so selbstverständlich, wie man annehmen mag). Und Teamevents keine Pflicht sind. Sonst leidet über kurz oder lang das Privatleben und wenn es da hakt, hakt es auch bei der Arbeit. Ich habe mal ein Jahr lang so arbeiten müssen und das Ende vom Lied war, dass ich privat keinerlei soziale Kontakte mehr ertragen konnte. Die Arbeitsumgebung hat mir buchstäblich die Energie ausgesaugt. Was nicht heißt, dass ich meine Kollegen nicht gemocht hätte, aber 8 Stunden täglich waren einfach genug, da brauchte ich sie nicht auch noch nach der Arbeit sehen. Viel lieber als ein Großraumbüro ist mir allerdings ein kleineres mit maximal 3-5 anderen Menschen. Ein Einzelbüro hingegen klingt vielleicht im ersten Moment perfekt, aber da ist die Gefahr groß, dass man komplett den Kontakt zu seinen Kollegen verliert. Das will man ja nun auch nicht.

Verbreitung von Introversion

Die Schätzungen gehen teilweise weit auseinander, wie weit verbreitet Introversion ist. Mal heißt es, dass rund 1/3 der Menschen introvertiert ist, woanders sagen sie 1/4, wieder woanders steht was von jeder Zweite. Egal welche Zahl auch stimmen mag, introvertierte Menschen sind nicht so selten, wie es manche denken. Es ist auch keine Erfindung unserer Zeit, denn Studien haben ergeben, dass es introvertierte Menschen zu jeder Zeit in der menschlichen Rasse gab. Sie waren früher sogar überlebenswichtig, denn extravertierte Menschen neigten im Laufe der Menschheitsgeschichte dazu sich zu großen Risiken auszusetzen und man brauchte eine Reserve, damit die menschliche Rasse fortbestehen konnte. Das hat sich die Natur schon ganz gut ausgedacht, finde ich.

Introversion als Problem

Introversion als "Problem" exististiert hingegen noch gar nicht so lange. Es ist vielleicht 100 Jahre her, da war ein ruhiger Mensch, der erst beobachtet und dann reagiert, weitaus angesehener als das Gegenteil. Doch irgendwann entwickelte sich (von den USA ausgehend, natürlich) eine Kultur, die extravertiertes Verhalten als Maß aller Dinge anpries. Man hatte bitte immer fröhlich zu sein*, viele Menschen kennenzulernen und überhaupt, Stubenhocker sind sowieso langweilig. Doch wo wären wir denn bitte jetzt, wenn es nicht all die (überwiegend introvertierten) Forscher gegeben hätte, die sich in ihre Labore oder Arbeitszimmer eingeschlossen haben, um etwas Bahnbrechendes zu erfinden oder zu entdecken?

*Häufig wird einem als Introvertierter unterstellt, man hätte schlechte Laune und/oder würde "biestig gucken". Das liegt aber nicht zwingend an der Laune. Inrovertierte zeigen (meist unbewusst) generell nicht jede gefühlsmäßige Regung in ihren Gesichtszügen und fallen damit eben auf. Etwas salopp gesagt, brauchen sie einen triftigen Grund um zu lächeln.

Entweder oder?

DEN Introvertierten oder DEN Extravertierten gibt es so allerdings so auch nicht, derjenige wäre verrückt ("There is no such thing as a pure introvert or extrovert. Such a person would be in the lunatic asylum." - Carl G. Jung). Jeder Mensch liegt vielmehr irgendwo auf der Skala dazwischen. Manche Menschen liegen sehr weit auf der einen oder anderen Seite, viele haben aber das Glück, dass sie sich im Mittelfeld bewegen und quasi beides sind (ambivert). Bei ihnen ist es häufig eine Frage der aktuellen Laune oder Umgebung, wie sie sich wohler fühlen.

Susan Cain: The power of introverts

Change The Way You Look At Introverts

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